Die Geschichte der Weltendolche
Es war eine Zeit auf Noridan angebrochen, in der die Drachen gegangen waren. Nachdem die Finsternis des Himmelssteins verflogen war und vor 80 Jahrtausenden die Völker der Welt verändert aus der Katastrophe hervorgegangen waren, schlossen sich wenige Überlebende des 2. Zeitalters zusammen und bildeten den „Alten Rat“. Elverra, die Eltern der Elfen, die langlebigen Menschen und einige Zwerge von damals zogen sich, unter dem Wissen der Zwerge über die tiefen Höhlen der Welt, in die Tiefen zurück. Sie waren alt und weise und hatten viel vom Wissen des vergangenen Landes behalten, doc sie ließen die Welt, die primitiv geworden war, sich allein entwickeln.
Der Anfang ist nun neu,
wie damals in der Zeit.
Samen sind gestreut.
Sie wachsen weit und breit.
Diese Zeilen schrieb damals einer der Elverra an eine unterirdische Steinwand, als er Tage lang die einsamen Menschen, Elfen, Zwerge, Gnome und Halblinge betrachtete, wie sie wuchsen und gediehen.
Der „Alte Rat“ wusste auch wohin all das Wissen über Kriege, Zauberei und verheerende Technik geführt hatte. So behielten die Alten ihre Gedanken zurück und schwiegen. Keine wusste um sie. Die Welt sollte sich einflusslos und langsam entwickeln.
Doch was tat der Rat die ganze Zeit? Lebten sie alle doch beinahe ewig und waren nur Gäste in einem Theater?wie damals in der Zeit.
Samen sind gestreut.
Sie wachsen weit und breit.
Die Mitglieder des Rates suchten das Wissen von damals zusammen, denn irgendwann, wenn die Zeit gekommen ist, soll die neue Welt es erhalten. Die Völker des 3. Welttages werden sich über viele Dinge, die sie finden, wundern und vieles wird ohne das alte Wissen rätselhaft, erschreckend oder gar gefährlich sein.
„Jeder Generation steht das Wissen ihrer Vorfahren frei.
Es darf ihnen nicht verschlossen sein.“
Diese Einstellung formte sich unter den Mitgliedern der Großeltern der Welt und hielt in ihre Köpfe Einzug. Doch sie würden die richtige Zeit abwarten, um nicht wieder alles schicksalhaft der Zerstörung auszusetzen.
Es darf ihnen nicht verschlossen sein.“
Die hohen Priester des Rates entdeckten, dass auch die Drachen noch lebten. Ihre Zahl war zwar gering, aber die Heiligen fürchteten, dass sie in entfernter Zukunft die alten Geschichten wiederholen würden – wenn ihnen die Kraft gegeben ist. So begannen die Priester viele Dekaden lang an zu beten und zu forschen. Die Zauberkundigen forschten mit ihnen, um eine Lösung zu finden. Es lag noch starke Magie in den alten Händen und mit dem Wort der Götter - die Priester schrieben, die Horde, die Erzgötter selbst wären vor ihnen erschienen - fanden die Weisen eine Lösung. Jahrelange Arbeit und Tausende Zeremonien der Heiligen brachten schließlich die Götter, wenn es die Hordo selbst waren, dazu, drei Wesen aus reinstem Licht zu schaffen, denen eine Kraft inne lag, die die Drachen vertreiben würde. Die drei Wesen, die Lotogar, wurden weit verstreut in die tiefe Erde gelegt, um gerufen zu werden, wenn ihre Hilfe notwendig ist. Daraufhin empfingen die Priester des Rates die göttlichen Worte, sie sollen Tempel in den Bergen bauen, in denen ein Pergament aus Stein gelegt wird. Auf diesem Stück Stein werden die Worte geschrieben sein, die in gesprochener Form die Lotogar rufen. Dann sollten die alten Elfen, die Elverra, fünf Dolche schmieden. Die Zauberkundigen des Rates wurden von den Priestern angeraten, vier Dolche für die vier Elemente zu schaffen. Jeder Dolch soll eines der Elemente, entweder Feuer, Wasser, Luft oder Erde, repräsentieren. Ein Dolch, ein einziger, soll das Licht, das hohe Erzelement des Guten in sich aufnehmen – er ist der wichtigste Dolch von allen. Nahe den Tempeln würden Altare errichtet werden, in die die Dolche wie ein Schlüssel passen. Und mit dem Wort des Pergaments und dem Pergament selber, rufen diese göttlichen Waffen das Wesen des Lichtes, Lotogar hervor. So wurde der „Alte Rat“ gezwungen an die Oberfläche zu gehen und sich der neuen Welt zu zeigen. 70 000 Jahre sind seitdem vergangen, als das 3. Zeitalter begann und es hatte sich vieles verändert. Die Menschen waren stark geworden und sie waren es, die sich als erstes gegen den Rat, die Fremden aufbäumten. Die anderen freien Rassen schlossen sich der Vertreibung an, aber der Rat war zu mächtig. Die Lista, die Menschen der alten Zeit, boten ihren Kindern etwas an, das sie nicht ausschlagen konnten. Die Magie der vergangenen Zeitalter stimmte die Menschen milde, denn ihre Neugier war unersättlich. Der 3. Tag der Zeit und seine Bewohner erlernten vom Rat die Kunst der Magie und das Handwerk wuchs schnell. Währenddessen nahmen sich die Alten ihr Reich auf der Oberfläche, denn sie wollten am Teller des Lichtes bleiben. Auf Kadur, dem Kontinent, den sie als erstes betraten, errichteten sie sechs Türme, die ein großes Land umschlossen, in dem der Rat seine Schüler suchte. Keiner der Großeltern wollte die alten Untaten von damals erneut aufleben lassen und mit einem überschaubaren Gebiet ließ sich alles Wissen und die alte Macht kontrolliert abgeben. Die Priester bauten die drei Tempel der Dolche. Einer stand in Kadur, weit im Westen, ganz in der Nähe des Ratsturms Zyn. Die anderen Gotteshäuser wurden weit entfernt errichtet, an unzugänglichen Orten draußen auf dem Meer. Das Pergament lag in den Tempeln, gesichert durch die Künste des 2. Zeitalters. Der Altar war nicht weit – so wie die Hordo es forderten.
Eines Tages fand der Priester Ildar Ninhala das Geheimnis des Pergamentes heraus. Der von den Göttern gegebene Spruch hüllte die Gedanken der Priester lange Zeit in Nebel. Durch ihn, Ildar Ninhala, wurde der Weg geebnet, nur mit den Dolchen allein die erforderte Hilfe zu beschwören. Der Rat wies als Folge auf diese Entdeckung an, in jedem Turm eine Kugel zu errichten, die ebenfalls fünf Löcher für die Dolche als Schlüssel aufwies. Kein Wort musste mehr gesprochen werden. Werden alle Dolche in die Kugel in irgend einem der sechs Türme geführt, erwachte das Wesen aus Licht – Lotogar. Ildar Ninhala war weise und half mit all seinem Wissen, die Türme und Tempel zu errichten. Viele andere des Rates hießen seine Entdeckung nicht für gut, aber er setzte sich durch. „Nur der Rat wird je die Türme betreten, denn nur der Rat trägt die Dolche in den Händen. Alle anderen Besucher werden sterben – sie werden gepeinigt werden von unseren Großvätern. Nur der Rat besitzt die gleiche, alte Macht, die in den Mauern wohnt, und in den Dolchen.“ Am Ende verlor Ildar seinen letzten Sympathisanten durch seinen Machthunger. Auch wenn er schon die ganze Zeit den Rat in seinem Wissen weiterbrachte, wurde er verstoßen und von seinen Pflichten enthoben. Ildar Ninhala gehörte als erster Verstoßener nicht mehr zum Rat des 2. Zeitalters. Er musste gehen. Wut stieg in dem Elverra auf und als er eines Nachts, so erzählt es sein Tagebuch, unter der Erde einen schwarzen Drachen fand, der mit einer Gruppe Dunkelelfen ein altes Gnomenreich zerstörte und sich danach erschöpft niederlegte, nahm er die Gestalt der Dunkelelfen an und gesellte sich zu ihnen. Ildar erkannte die Schwäche dieser Unterdrückten Rassen und wanderte mit ihnen umher. Er sah sie alle – Orks, Trolle, Kobolde – und in ihm entstand Sympathie für diese verstoßenen Kinder. Vor mehr als 5000 Jahren offenbarte der Elverra sich ihnen allen, die im Namen des Bösen lebten und plante, diese Kinder wieder an das Licht zu führen und sich so für seinen Verstoß zu rächen. Er sagte zu seinen Vertrautesten, sie sollen viele Ihresgleichen sammeln und in 1000 Jahren sollen alle auf die Insel Psidara, im Außenmeer kommen, um unter seiner Führung Noridan zu bekämpfen und das Land den rechtmäßigen Völkern wiederzugeben. Dann verschwand Ildar Ninhala, um über einer neuen Überlegung nachzuforschen. Ihm fiel etwas auf, was er vorher vielleicht übersehen hatte – eine Möglichkeit. Als er mehrere Jahre unter den Bösen der Welt lebte, das Böse studierte und selbst zum Bösen wurde, erkannte er, dass das Gute nicht in der Überzahl war. Ildar dachte vielmehr, dass ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Möchten – Gut und Böse – herrscht. Diesem Gedanken musste er nachgehen. War der einstweilige Sieg der Dunkelheit, oder die langen Tage des Friedens immer nur eine Kraftanstrengung einer Seite, die die Wage ins Schwanken brachte? Der Elverra hatte 1000 Jahre Zeit, seine Frage zu beantworten. Er forschte in den alten Priesterschriften des 2. Zeitalters, brach in die Türme des Rates ein und suchte in den Tempeln der neuen Welt nach Antworten. Ildar fand, was er suchte. Er hatte Recht. Gut und Böse wiegen sich ständig auf und scheint die eine Waagschale einmal schwerer zu sein, dann taumelt sie nur, weil auf ihr Bewegung stattfindet. Schließlich wird sie wieder Ruhe bewahren und behält die Schwere ihres Gegenübers. So ist es immer. Als er dem Ergebnis seiner Forschung immer näher kam, wanderten seine Gedanken immer wieder zu den Dolchen der Welt, die seine verlorenen Brüder und er damals geschaffen haben. Mit diesen Dolchen und ganz speziell dem Dolch des Lichtes, wurde Gutes geschaffen und dem muss nach der Theorie Ildars ein Gegengewicht geboren wurden sein. In der Erde, wo Lotogar liegt, muss ein Bruder ruhen, den keiner kennt. Ildar reiste durch die Unterwelt und fand seine Theorie überall bestätigt. Er entschloss seine Vergeltung komplett zu machen und das Werk der Elverra zu schlichten. Der Verstoßene stahl aus den Türmen des Rates die Schriften der Schmiedekunst der Dolche und fertigte sich eine eigene Waffe an. Ildar Ninhala schuf den Dolch des Dunkels, immer in dem Vertrauen auf seine Theorie, es würde auch etwas Böses tief unter der Erde ruhen.
1000 Jahre waren vergangen, als Ildar Psidara, die Insel im Außenmeer besuchte. Dort fand seine Führung ihre Bestätigung. Tausende hatten sich zwischen den düsteren Gipfeln der Insel versammelt. Trolle, Drachen und unzählige Wesen der Unterwelt warteten auf Ildar Ninhala, um mit ihm gemeinsam Vergeltung zu üben. Und es verging weniger als ein Jahr, da brachen die Fluten des Elverra los und überrollten mit all ihrer Wucht die freien Ebenen und alle angrenzenden Länder. Ildar hatte ein Ziel. Er wollte den dunklen Horden nicht etwas rechtmäßig die Welt geben, die er ihnen versprach. Es war ihm egal, wen die Welt beherbergte. Nur eines durfte nicht sein. Der Alte Rat sollte keinen Fuß mehr über die Länder setzten. Sein Untergang war Ildars einziges Verlangen. Die schwarzen Truppen stürmten über die Städte des Kontinents und viele starke Krieger der neuen Welt starben unter den schwarzen, verfluchten Klingen. Die Heere Kadurs, die sich schnell und ungeordnet formten, versuchten den Abtrünnigen und seine Kinder aufzuhalten. Aber viele fielen in der Menge und für lange Zeit war der Feind eine riesige Übermacht. Zu einer Zeit der weltlichen Verzweiflung, in der jedes Lebewesen, dass im Krieg noch lebte glücklich sein konnte, dass es den Morgen wieder einmal erlebt hat, entschied der „Alte Rat“, vom ewigen Krieg schon geschwächt, seine letzte Kraft zu erheben und, ohne die neuen Schützlinge, die Lotogar zu rufen, die Gefahr zu bannen. Zusammen trieben die Mitglieder des Rates mit den freien Völkern Kadurs die Flut zurück nach Psidara. Einem Netz gleich wurden viele aufgefangen und vertrieben. Aber wie beim Fischfang, gelang es wenigen, die Maschen des Netzes zu durchschwimmen. Sie verkrochen sich oder fielen der Einsamkeit zum Opfer. So konnte auch Ildar Ninhala fliehen und war somit noch nicht besiegt. Psidara wurde durch die größte Magie der Ratsmitglieder, die sie aufbringen konnten, verbannt und versank mit all dem Bösen unter dem Meer. Keiner der kriegerischen Gehilfen des Elverra sollte wiederkehren. An diesem Unternehmen gingen die wenigen Überlebenden des 2. Zeitalters unter, denn ihre Kraft war am Ende. Sie starben alle, bevor das 3. Zeitalter, das Zeitalter der Schüler begann. Ninhala fand sich auf seiner Flucht vor den wütenden Kriegern des Lichtes irgendwann zwischen den erschöpften Resten der Welt wieder, die danach trachteten, ihn zu töten. Ein großer Kreis alle Völker zog sich um den Alten, der immer noch die Züge der Dunkelelfen trug. Er blickte sie an und hob plötzlich den schwarzen Dolch, der seinen Händen entsprang. Dann rief er mit kreischender Stimme zum Himmel auf: „Maolmuri, du bist mein, ich bin dein.“ Dann rammte er sich die dunkle Klinge in die Brust und starb. Wenn die Altare und Tempel von jemandem beobachtet würden, als Ildar Ninhala starb, dann hätte man gesehen, wie die Wandmalereien, die Schriften und die Zeichen sich um die Dunkelheit ergänzten. Dem offenen Auge des Lichtes fügte sich ein geschlossenes Auge der Dunkelheit. Der Dolch in Ildars Brust, sagt man, habe seinen Geist aufgenommen und überall auf der Welt wurde durch diesen Stich in das schwarze Herz des Elverra das Gleichgewicht hergestellt – Ildars Theorie erfüllte sich. Ein Elverra, Osmarirth Ista, einer von denen, die noch nach dem Untergang Psidaras und nach dem Tod Ildars lebten, nahm von seinen toten Brüdern die Dolche der Welt auf. Auch den Dolch des Dunkels aus Ildars Brust nahm er an sich, als er den Dunkelelf fand. Osmarirth verteilte die Waffen, die seit jeher die Weltendolche waren, an die Elfen, dass sie sie behüten sollen. Diese Geschöpfe, die immer noch langlebig und verborgen waren, schienen ihm als die geeignetsten unter den Lebenden, die Bürde zu tragen. Er erklärte ihnen im Geheimen die Geschichte der Dolche und sagte ihnen, sie sollen sein Gebot beachten:
Der Dolche Sechs, Gefahr und Heiland,
sollen still in Händen schlafen,
bis die Welt am End, am Rand,
wenn alle will der Tod bestrafen.
Ildar Ninhalas Leiche wurde tief unter den Bergen begraben. Dann sagte der Elverra Ista: „Seid still, denn in der Erde ruht nicht nur das Licht, das hat uns dieses Zeitalter gelehrt. Auch Schatten, Maolmuri, schlafen in den Tiefen.“ Dann starb Osmarirth vor den Augen der Elfen und das Schicksal der Welt lag seitdem in den Händen der neuen Kinder.
sollen still in Händen schlafen,
bis die Welt am End, am Rand,
wenn alle will der Tod bestrafen.
Mit diesem Tod und dem Tod des Rates begann auf Noridan das 4. Zeitalter. Es wird nicht das Letzte sein.
Auch Eld Assar, Priester Birsajas und Bruder des Kietführers Kamms, erzählte uns Geschichten aus dem Urnier Band über die Erschaffung der Weltendolche. Für Taithleach war dies Grund genug sein Leben zu beenden. Doch lest selbst...
Luft, Wind und die Dunkelheit
öffnen es mit Leichtigkeit.
Feuer, Erde und das Licht
tragen selbiges Gewicht.
List behütet Heimlichkeit,
jeder Schritt muss hoch bedacht.
Ein Narr kommt selten wirklich weit.
Wissen dem, der sich bewacht.
Wasser, Wind und Dunkelheit,
Schlüssel, Schloss im hohen Stein,
Feuer, Erde, Licht verleiht
Zutritt zu dem tiefen Schrein.
Die Welt war geschlagen, als die steinernen Tempel der Alten sich um das geschlossene Auge ergänzten. Die Weisen sprachen von der bösen Wahrheit, die eingetreten war. Sie war nicht zu umgehen und auch nicht zu übersehen.
Ich habe Glück, Wissen erlangt zu haben, welches das 4. Zeitalter nur spärlich überlebt hat. Wenige Köpfte kennen einzelne Details über die Schöpfung des Alten Rates. Die Weltendolche sind beinahe untergegangen und stellen in ihrer Einzigartigkeit nur noch Splitter dar, die irgendwo in der Zeit verloren gegangen sind.
Ich vermute, das Meer hat die Waffen genommen oder die Erde hat sie verschlungen. Ich kenne keine Namen, keine Geschichten und keine Orte, die auf die verbliebene Existenz hindeuten. Einzig ein alter Foliant, der mir vor drei Tagen in die Hände fiel, stellt dar, welche Riten die Weltendolche seit ihrer Verteilung an die Hüter zu Beginn des 4. Zeitalters durchlaufen haben und wie man sie finden kann.
öffnen es mit Leichtigkeit.
Feuer, Erde und das Licht
tragen selbiges Gewicht.
List behütet Heimlichkeit,
jeder Schritt muss hoch bedacht.
Ein Narr kommt selten wirklich weit.
Wissen dem, der sich bewacht.
Wasser, Wind und Dunkelheit,
Schlüssel, Schloss im hohen Stein,
Feuer, Erde, Licht verleiht
Zutritt zu dem tiefen Schrein.
Ich beherrsche die rynische Sprache nur schlecht, habe jedoch alles versucht, um den Sinn der Texte zu verstehen. Es heißt, die Ni’vennen’noer, wie die Dolche unter dem Elfenvolk genannte werden oder wurden, verleihen ihrem Heneth’tir, dem wahren Träger der Waffe, der durch ein Ritual erkoren wird, eine große Macht. Krieger haben die Träger bis über den Tod hinaus durch Feuer gehen sehen. Die Heneth’tir, heißt es weiter, sollen den Willen eines alten Wyrms besitzen und das Schwert, wie es heutzutage geführt wird, stellte für sie nur eine geringe Gefahr dar. Der Urnirband, der hier vor mir liegt, erzählt außerdem, dass die wahren Träger der Dolche Kontakt zueinander hatten und sich über zahllose Seemeilen hinweg mit dem Geiste unterhalten konnten. Die Heneth’tir waren Große unter Ihresgleichen; sie waren es nicht allein durch die Dolche, jedoch tränkten diese Waffen ihre Persönlichkeit mit einer unbändigen Energie. Der Träger der Waffe wird nach Urnir durch eine Zeremonie dazu berufen, für den Schutz des Dolches alles zu opfern und selbst, wenn es denn nötig ist, sein Leben für diese Sache zu geben. Die Klingen sollen einen Schriftzug beinhalten, der den Namen des Trägers wiedergibt. In elfischen Runen graviert die Zeremonie bei der Trägerwahl des Namen des Heneth’tirs ein.
Dann kann ich aus einem Abschnitt nur wenig entnehmen. Der Zeilen sind sehr viele, ich verstehe jedoch nicht den Sinn der Worte, wie sie aneinander gereiht sind. Was ich erraten kann, ist, dass sich die Dolche zu erkennen geben, wenn sie ihrem Element zugeführt werden. Feuer dem Feuer, Erde der Erde und stetig so fort. Zum Schutze, heißt es, sehen die Waffen solang sie ihrem Element fern sind, aus, als seien sie von geringer Besonderheit. Doch sie ändern ihr Dasein, bringt man Dunkel zu Dunkel, Wasser zu Wasser, Feuer ins Feuer und Erde zur Erde, Licht zum Licht und Wind hin zum Wind. Ihre Macht verbirgt sich in ihrer harmlosen Gestalt. Keiner vermag es, die Waffe zu erkennen, wenn sie fern des Elements bleibt. Einzig die Farbe der Klinge geht in beiden Formen nicht verloren.
Rot steht für Feuer,
Weiß für den Wind,
Blau steht für Wasser,
dass unbändig rinnt.
Braun ist die Erde,
Silber das Licht,
Schwarz schmückt das Dunkel,
das alles zerbricht.
Ich fürchte mich.
Das Buch, dass ich jäh fand, und dessen Zeilen hier spärlich wiedergegeben sind, ruft Dinge auf den Plan, die ich einst nicht kannte. Das erste Lesen bedrückt schon nach kurzer Zeit.
Ich habe am Vierten des Monats einen jungen Mann kennen gelernt, der mich über diese Geschichten fragte. Das Wissen ist also nicht aus der Welt. Und zumeist ist es so, dass wenn das Wissen existiert, oft auch der Wille, das Wissen zu nutzen, zwischen Himmel und Erde wandert. Ich kenne nicht die Absichten des Wanderers und hoffe um das Gute, doch mich beschleicht eine Angst, die ich nicht deuten kann.
Ich glaube immer noch, dass die Waffen verschollen sind, da ich nie von ihnen hörte, bis zu dem Tag, der vor drei Nächten anbrach. Aber was weiß ich schon. Vielleicht wurden sie gefunden. In ihnen ruht die Kraft des 3. Zeitalters. Ich denke, im Schlafe können sie der neuen Zeit nichts antun. Ich hoffe, ein Weckruf für alle sechs bleibt aus.
Weiß für den Wind,
Blau steht für Wasser,
dass unbändig rinnt.
Braun ist die Erde,
Silber das Licht,
Schwarz schmückt das Dunkel,
das alles zerbricht.
12. Yerito 623 (4.TZ)
Quelle ist der Urnir-Band
aus dem Jahr 112
(Verfasser unbekannt)
Eld Assar,
Birsajas Schutz ist meine Kraft.
Doch letztendlich waren auch unserer Gegner gute Geschichtenerzähler. Methar Ei 'überließ' mir ein Buch über die Geschichte der Weltendolche aus seiner Bibliothek. Und selbst Taithleach schenkte uns ihre Aufzeichnungen nach ihrer übereilten Flucht auch Kildare. Doch der Preis dafür war hoch, der Dunkeldolch.