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NoridanZwischen Feder und Schwert

Die kadurianische Geschichte

Wenn Trestolts Herz im Leibe ruht,
zum dritten, letzten Male,
dann stürzt die Welt zur Endzeitglut
und tötet ihre Qualen.

Schweigend ziehen Götter ab,
und ohne große Achtung
verbrennt die Welt in ihrem Grab
in ewiger Umnachtung.

Auszug aus dem 'Lied der Götter'

Die Geschichte Noridans ist schon alt und es gibt nur noch wenige, die sich an die genauen Ereignisse zu erinnern glauben. Über Generationen überliefert, ist nicht mehr sichergestellt, ob all das Erzählte der Wahrheit entspricht, doch da es keine anderen Geschichten in den Pergamenten der Schreiber gibt, glaubt jeder die, die er kennt.

Noridan befindet sich im 4. Zeitalter und hat schon drei lange, ereignisreiche Episoden des Daseins überstanden. Erst seit diesem Zeitalter ist es den Historikern möglich, genaue Zeitangaben über Ereignisse der Vergangenheit zu machen. Die Sagen der alten Welttage sind nur spärlich datiert und niedergeschrieben. Sie verfallen daher immerfort zu seidigem Staub, der die obersten Regale der antiken Bibliotheken bedeckt, die voll von unleserlichen und unsortierten Zeugnissen des damaligen Tunens sind.
'Es ist ein Wunder, dass die Welt überhaupt noch Kenntnis von den Anfängen hat', sagte einst Nârak Kûnar, Historiker des ersten Jahrhunderts seit der neuen Zeitrechnung. Seine Anspielungen auf die todbringenden Schlusspunkte der letzten drei Zeitalter waren berüchtigt und je mehr von der Vergangenheit zum Vorschein kommt um so mehr ist diesem Propheten Glauben zu schenken. Die Welt stand schon oft vor einem schwarzen Abgrund, dessen Rachen weit aufgerissen war, um sämtliches Dasein zu verschlucken.

Die Vergangenheit umfasst in den meisten Büchern der Zeit vier Kapitel, die nicht auf die einzelnen Zeitalter bezogen sind.
Zeit der Väter
Zeit der Söhne
Zeit des Anfangs
Neuzeit Noridans

Zum einen schreiben die Historiker über die ungeordnete Zeit des Anfangs, die bis zurück zu den ersten Schritten der Erstankömmlinge reicht und bei der großen Dunkelheit endet. Ob diese Ereignisse wahrheitsgetreu überliefert sind, ist fraglich. Es gibt nur noch wenige Relikte aus dieser Vergangenheit und die Erinnerungen an ihre Existenz schwinden.
Der nächste Abschnitt, die Zeit der Väter, befasst sich mit dem 3. Zeitalter, in dem die Kinder der alten Rassen ihren Aufstieg datierten. Es ist die Zeit des ‚Alten Rates' und die Zeit des Wiederanfangs. Im Verlauf des 3. Welttages entsteht die Welt, wie sie heute ist und die Zeit gebiert die Erstlinge der heutigen Rassen.
In der folgenden Zeit sprechen die Geschichtsschreiber von der Zeit der Söhne. Hier beginnen die ernstzunehmenden Aufzeichnungen der Vergangenheit, die von damaligen Historikern peinlichst genau angelegt wurden. Der ‚Alte Rat' ist verschwunden, die Hochkulturen der vorangegangenen Jahrtausende haben sich ausgeprägt und mit dem Jahr 2100 vor der neuen Zählung sprechen die Historiker von der Renaissance der Historie. Mit dem dritten Abschnitt beginnt in den meisten Geschichtsbüchern das 4. Zeitalter.
Der letzte Abschnitt bildete sich erst im Jahre 600 heraus, als ein Historikerrat auf den Freien Ebenen gebildet wurde und von dieser Zeit an begann, den Jahren Namen zu verleihen, die die wichtigsten oder das wichtigste Ereignis beschrieben. Hier spricht die Welt von der Neuzeit Noridans.