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NoridanZwischen Feder und Schwert

Ihr und Kad-Kadur

Nârak Kûnar

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Die Länder um Nilira, wozu auch der weite, dünnbesiedelte Norden mit Kat-Kara und Kat-Uthiro gehören, gehören alle den freien Ebenen an. Diese Reiche, die teilweise in Lehensgebiete und offene Fürstentümer unterteilt sind, sind frei von einer Regierungsform und werden nicht durch Herrschaft oder Regentschaft geführt. Alte Türme, die dieses Gebiet umschließen, behüten Mysterien, die weit in die Geschichte zurückreichen. Nicht viele wissen von den Geheimnissen um die stützenden Säulen der Freien Ebenen aber alle respektieren, ja, sie fürchten sie. Kein Land fällt in die Ebenen ein, denn aus den Geschichtsbüchern erfährt man oft von Niederlagen des Feindes, wollte dieser in das Reich der Türme eindringen. Die Turmmauern sind alt, aber die Leute reden von uralter Kunst der alten Zeit, die die Freien Ebenen frei von Eroberung und fremden Vorstoß.
Aber zurück in den Westen. Die Gebiete im Nordwesten, die Kad-Kadur genannt werden, das in aller Welt für „Einöde Kadurs“ steht, sind öde und lehr. Nördlich der Takari-Schlucht, die durch das große Beben 512 entstand, wandelt sich das Land in einen klimatischen Trauerzug bis zur Kalten Wand an der Küste im Norden. Die Gegend war nicht immer so, aber mit der Zeit breitete sich Trockenheit aus und hinter den Grenzbergen entstand eine Wüste. Das Land wurde lehr. Nur noch wenige Menschen besiedelten kleine Wüstenstädte. Nur am Ostrand der Wüste steht eine riesige Oase des Lebens – Irar, freie Handelsstadt und Treffpunkt für weit Gereiste. Kat-Kara hält Verbindung zur Handelsstadt durch die Grenzberge hindurch. Tut es das?
Der Westen ist fruchtbares Land der Freien Ebenen. Im Süden, westlich hinter dem Grenzgebirge lebt ein Halblingsland in einem ewigen Frieden dahin. Im Nordwesten erstreckt sich ein Sumpf, das Meer der Sümpfe – unberührt und todbringend.
Und Nilira? Ein kleiner Bruder der Handelsstadt Mither, ist die menschliche Südwestspitze der Freien Ebenen. Fruchtbar und gern besucht, abgeschieden aber bekannt, schreibt die Geschichte nur friedliches über diese Stadt.

Ihr selbst kommt vom ganzen Kontinent.

Vychar, du hast dein Leben in Nilira verbrachte, kennst die guten und die schlechten Seiten der Abgeschiedenheit. Hat man kein Geld, sitzt man in dieser Stadt fest, hat man Münzen aus Gold oder wertvollerem, reist man aus und kommt nicht so schnell wieder, denn hinter dem Grenzgebirge liegt noch ein anderes Leben – Abenteuer und Lebensvielfalt.

Algonthir, ein Elf aus der großen Stadt der Menschen – Mither. Ein Jahr deines Lebens, vielleicht mehr, vielleicht weniger, fehlen dir. Du wurdest gefunden. Als Säugling nahm dich Fedor Tits auf. Wo kommst du her? Kadur schenkt den Elfen wenig Raum. Hast du Kadur von außerhalb betreten? Noridan ist groß. Mither aber wurde deine Heimat. Freunde und ein Heim aber auch Feinde, Schmerz und Verlust besuchten dich in dieser Stadt. Du bist mehr Mensch als viele Elfen, aber du weiß, wer deine Wurzeln sind.

Muadib, geboren in Nilira, die Geburtsstadt mit einer halben schwarzen Münze in die Tasche gesteckt, um in die Welt zu ziehen. Suria brachte dir Ehre, Selbstbewusstsein und eine Weltsicht eines Mannes Islurs. Islur war nicht Feind der Ebenen, aber jedes Reich führt eigene Ansichten über die Welt. Du bist wieder zurückgekehrt. Scheint alles fremd oder ist es doch ein wenig vertraut? Deine Schwester hat sich verändert - eine Einzelgängerin, die ihren Bruder zwölf Jahre nicht brauchte. Fremd oder vertraut?

Ciarda, die älteste unter den Reisenden und Kind des kühlen Nordens, hatte wohl den bedrückendsten Weg im Leben. Glücklich in Tsu-Akun, dem zwergischen Mehrkaiserreich geboren und dreißig Jahre glücklich unter der Hand der Familie Bloodwyn gelebt. Du wurdest entführt, konntest fliehen, aber das Opfer deiner Flucht war dein Vater. Fünf Tage bist du nicht von seinem Leichnam gewichen, als die Landpiraten ihn leblos zurück ließen. Was wirklich geschehen war, ist ungewiss und wo ist der Rest der Familie. Von deiner zwergischen Geburtsstadt sind nicht mehr viele Erinnerungen geblieben. Cuscha-Rian hieß die Stadt in den Bergen. Freunde? Feinde? Verblasste Jahre – die Zeit hüllt Nebel um sie.

Ihr seid vielseitig und weit gereist. Hier und dort seid ihr schon Helden aber acht starke Arme reichen noch nicht aus, um die Welt zu drehen. Selbst die eine Motte der dreizehn, aus der Fabel vom Halblingskind, die ihr Leben behielt, konnte die Welt nicht alleine drehen lassen – war sie doch ein Held, wie es nie wieder einen geben wird.

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